Archiv der Kategorie: Aktuell

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Asunción

Diktatorenromane sind ein südamerikanisches Genre. Vargas Llosas „Fest des Ziegenbocks“, Lezama Limas „Gespräche in der Kathedrale“ und auch Roa Bastos „Ich der Allmächtige“ sind die herausragenden Werke dieses Genres. Dabei erzählt Roa Bastos aus der Frühzeit seines Heimatlandes Paraguay und der Diktatur des José Gaspar Rodríguez de Francia. Doch Vorsicht: Es ist kein Historienroman, keine Biografie, keine lineare Erzählung über das Werden, Sein und Scheitern eines Diktators, sondern ein Roman, der auf mehreren Ebenen erzählt, diese Ebenen nicht klar von einander abgrenzt, unterscheidet. Roa Bastos nimmt den Leser nicht an den Hand und führt ihn durch die Geschichte, sondern lässt die Geschichte, den Diktator, seine Anhänger und Widersacher berichten – in einer sehr komplexen, verwobenen Struktur, die den Einstieg in das Werk nicht leicht macht, wenn nicht sogar abschreckt. Wenn man sich in die Erzählweise des Autors eingefunden hat, entschädigt dieser mit einer grandiosen Sprachgewalt, die sich gegen die Gewalt des Diktators stemmt.
Wer einen Historienroman über Diktaturen in Südamerika oder die Geschichte des Kontinents vorzieht, der ist mit Vargas Llosas Ziegenbock oder „Der Krieg am Ende der Welt“ besser beraten.

Frau K. und Pocahontas

Eine Novelle.

Frau K. ist die Frau des Posthalters in einem kleinen 300-Seelen-Dorf in der katholischen Provinz im Nachkriegsdeutschland. Sie sortiert die Post, betrachtet sie, es sind ihre Nachrichten aus der großen, weiten, fernen Welt, die im Kreisstädtchen, elf Kilometer entfernt, bereits endet. Hin und wieder ein Care-Paket aus Amerika. Nichts aufregendes, wenn nicht vor drei Jahren ein Dichter in den Weiler gezogen sei, der ein Werk schreibt, das verboten werden soll.

Ganz schön blöd

Die luxemburgische Schriftstellerin Elise Schmitt hat „Die Frau auf dem Bananenboot“ vorgenommen. Wir freuen uns auf die Kritik: „Die „Streitschrift für die Liebe, das Glück und über den real existierenden Feminismus“ von „Fauntella Kara“ ist schon vor der Lektüre eine Zumutung an den literarischen Geschmack“. Wenn sie auch ein paar Tage von Luxemburg nach Berlin braucht.

Ein Gedicht, zwanzig Lieben, ein Leben

Der Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda zählt zu den wichtigsten Poeten Südamerikas. Der Chilene brachte es in seiner Leichtigkeit, aber auch in seiner Melancholie, in seiner Wortgewalt zu einer wundervollen Beschreibung der Liebe in zwanzig Gedichten, die gelesen werden müssen. Die beste Übersetzung gibt es in der zweisprachigen Ausgabe der Sammlung Luchterhand.

Streitbar: Feminismus ist rassistisch!

„Der Feminismus ist rassistisch, extremistisch und exkludierend“, diese These stellt Fauntella Kara im Gespräch mit dem Internetportal 16vor.de auf. Der Feminismus diene einzig und allein dem Machterhalt einer akademischen Clique, die anderen Frauen diktatorisch befehle, wann sie eine gute Frau und noch bessere Feministin sei. Das vollständige Interview ist hier nachzulesen. Kara wendet sich in diesem Gespräch auch gegen die Frauenquote. Sie wolle aufgrund ihrer Qualifikation beruflich gefördert und gefordert werden, nicht wegen des Geschlechts.