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Fauntella Kara: Die Frau auf dem Bananenboot

Elise Schmit im d’Lëtzebuerger Land: „Ganz schön blöd“

„… Ganz Hanswurstiade ist „Die Frau auf dem Bananenboot“ also keineswegs. Wie der Narr, der seine Lächerlichkeit dafür in Kauf nimmt, dass er ungeniert die Wahrheit sagen darf, fragt auch Fauntella unbefangen und naiv nach, wo der Feminismus ihr nicht einleuchtet. Der Vulgärfeminismus, dessen Vertreterinnen, wie Fauntella findet, vulgärer sein wollen als die Männer und die damit offensichtlich den Mann als „Optimum“ und erstrebenswertes Ideal voraussetzen, bekommt dabei ebenso sein Fett weg wie die feministische Sprachkritik, der religiöse Machismus und Gendertheorien. Dabei arbeitet sie sich weniger an akademischen Texten ab, als vielmehr an deren populären Vereinfachungen – und kritisiert gleichzeitig, dass gewisse intellektuelle Kreise die Deutungshoheit über den Feminismus beanspruchen.

Ob ihre Bildungsfeindlichkeit Fauntella sympathisch oder einfach nur verbohrt und uninformiert wirken lässt, bleibt dem Leser überlassen. Im Einzelnen trifft sie aber häufig voll ins Schwarze. In vielen wunderbar pointierten Beobachtungen lassen sich tatsächlich misogyne Kontexte ablesen – etwa, wenn sie bemängelt, dass Leutnant Uhura in der Fernsehserie Star Trek kein Vorname zugebilligt wird, oder wenn sie einige Vertreterinnen des Feminismus’ der siebziger Jahre der Realitätsfremde und des „Gerontofeminismus“ bezichtigt. …“